Aktuelle Studie

Führung entscheidet über die Akzeptanz von KI

Entscheidend für die Akzeptanz der KI, zum Beispiel zum Treffen von Entscheidungen, sind die Digitalfähigkeiten der Führungskräfte. Das zeigt eine Studie des Centers for Leadership and Behavior in Organizations (CLBO) an der Goethe-Universität Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), der F.A.Z-Digitalwirtschaft und Groß & Cie. Mehr als 1.000 Beschäftigte in Deutschland nahmen an der groß angelegten Untersuchung teil.

Unternehmen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz, um Entscheidungen zu unterstützen oder gar zu automatisieren. Doch wie empfinden Mitarbeitende solche KI-gestützten Entscheidungen und welche Rolle spielen die Führungskräfte für die Akzeptanz der KI? Wie viel Vertrauen wird KI entgegengebracht und in welchen Aufgabenbereichen? Was sind die Faktoren, die Nutzung und Vertrauen in KI fördern? Die Studie liefert erstmals detaillierte Einblicke:

  • KI soll auf eigene Karriere keinen Einfluss haben: Während Anwendungen wie IT-Support oder Textzusammenfassungen hohe Akzeptanz genießen, ist das Vertrauen deutlich geringer, wenn KI in Personalentscheidungen oder Leistungsbeurteilungen eingreift.
  • KI soll nicht autonom entscheiden: Ob eine Führungskraft allein entscheidet oder mithilfe von KI ergibt aus Sicht der Mitarbeitenden kaum einen Unterschied: Sobald KI autonom entscheidet, sinkt die Akzeptanz merklich.
  • Führungskräfte sehen KI positiv: Führungskräfte bewerten KI-Anwendungen durchweg positiver als Mitarbeitende – selbst in rechtlich sensiblen Bereichen. KI wird als wichtige Unterstützung der eigenen Führungsarbeit wahrgenommen, zum Beispiel bei der Empfehlung für Beförderungen.

Digitale Führung macht den Unterschied

Ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz ist das Verhalten der Führungskräfte. Die Studie belegt erstmals in dieser Tiefe die Bedeutung der Digitalfähigkeiten der Führungskräfte für den Erfolg des KI-Einsatzes. Besonders interessant:

  • Digital Leadership: Wenn Mitarbeitende ihre direkte Führungskraft als gut in der digitalen Führung einschätzen, sind sie auch selbst der Nutzung von KI-Tools gegenüber aufgeschlossener.
  • Identity Leadership: Erfolgsrelevant ist auch die sogenannte Identity Leadership, also das Schaffen eines gemeinsamen Wir-Gefühls durch Führungskräfte: Wer seine Führungskraft als identitätsstiftend erlebt, ist auch eher bereit, digitale Technologien wie KI zu akzeptieren.

Implikationen für Unternehmen

Die Studienverantwortlichen empfehlen Unternehmen, bei der Einführung von KI-Systemen auf begleitende Kommunikation, Transparenz und Führung zu setzen. „KI kann Entscheidungsprozesse effizienter machen – aber sie verändert auch das Machtgefüge im Unternehmen“, sagt Prof. Rolf van Dick vom CLBO. „Wer KI einführt, muss auch in Führungsqualität und psychologische Sicherheit investieren.“ Der erste Schritt dazu ist, die vorhandene Bereitschaft der Führungskräfte und Mitarbeitende zum Einsatz von KI zu prüfen. KI wirklich als Kollegen auf Augenhöhe zu akzeptieren, das ist nicht selbstverständlich, sobald es um die eigene Arbeit und Karriere geht.

HIER finden Sie mehr Daten und Fakten zur Studie inklusive Abbildungen zu den wichtigsten Ergebnissen.

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