Niemand weiß, was uns noch alles bevorsteht durch SARS-CoV-2, so der offizielle Name des Corona-Virus. Niemand weiß, wie lange uns das neue Virus noch beschäftigen wird. Alle hoffen auf das Beste. Was wir bereits wissen ist: Jede Krise kann für Unternehmen auch eine Chance sein. Denn der Umgang mit der Unsicherheit gehört immer mehr zum Alltag – für jede Person und Organisation.

2020-02-29 1600 444 Dr. Michael Groß Change Management

Nach dem Exit aus dem Lockdown werden in mehreren Etappen alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft wieder hochgefahren. Wir alle sind Teil dieses großen Experiments. Der Staat schafft dafür die Rahmenbedingungen. Entscheidend ist, was jedes Unternehmen in den nächsten Monaten aus den begrenzten Möglichkeiten macht. Vier Aspekte sind dafür entscheidend: Flexibilität und Kreativität, Disziplin und Ausdauer.

2020-04-14 1600 444 Dr. Michael Groß Talent Management

Sie wissen, was zu tun ist! Und sie handeln dennoch nicht anders? Dann sind Führungskräfte und Mitarbeiter nicht bereit zur Veränderung. Das Sollen kann trainiert werden: Das ist für unsere Ziele zu tun. Erst das Wollen führt zum Handeln. Die Einstellung für Veränderungen, die sogenannte Changeability, kann auch entwickelt werden.

2018-08-06 1600 444 Dr. Michael Groß Coaching & Training

Lassen Sie sich nicht „ver-appen“!

Ein paar kurze Fragen: Wissen Sie, wieviele Apps Sie auf dem Smartphone und Tablet haben? Welche nutzen Sie davon regelmäßig? Welche helfen Ihnen wirklich? Oder schaffen einige nur mehr Informationen, ohne konkreten Nutzen?

Egal, wie Ihre Antworten ausfallen, eins steht fest: Alle Lebensbereiche können wir heute „ver-appen“. Und das kann gefährlich werden für uns - Beispiel Gesundheit: Bis zu 90.000 Anwendungen gibt es im Bereich der Medizin, Gesundheit und Fitness. Die Palette der Anwendungen ist riesig - von der Prognose der fruchtbaren Tage im weiblichen Zyklus über die Bewertung von Blutzuckerwerten bis hin zu Diagnosen, ob ein Leberfleck auch Krebs sein könnte. Im Gegensatz zu Medikamenten unterliegen Apps keiner Kontrolle. Es gibt auch keine allgemein gültigen Qualitätsstandards. Apps, die zuverlässig medizinisch hochwertige Informationen liefern, sind selten.

Brisant wird diese Situation durch unser Verhalten. Millionen von Menschen vertrauen den Angaben, teilweise mit fatalen Folgen. Das „Self-Tracking“ führt zu Selbstdiagnosen und kann im Extremfall Krankheitsängste auslösen oder verstärken. Das sind keine fernen Horrorvisionen. Für das Krankheitsbild haben Mediziner bereits einen Fachausdruck: „Cyberchondrie“ bedeutet, dass hypochondrische Tendenzen eines Menschen, also sich Krankheiten einzubilden, durch Informationen aus dem Internet ausgelöst oder verstärkt werden. Kurzum: So „ver-appen“ wir uns selbst.

Einfach machen will gelernt sein

Für viele Menschen führt die Digitalisierung zu wachsender Unübersichtlichkeit, Vielfältigkeit und Vieldeutigkeit in der Arbeit und im Leben. Langfristige Perspektiven aufzubauen und die persönliche Zukunft zu planen erscheint ihnen immer häufiger unmöglich. Die Anforderungen, die nicht nur der Beruf an uns stellt, werden immer komplexer. Ständig kommt etwas Neues hinzu.

Schwer zu bewältigen ist die Komplexität vor allem durch uns. Der moderne Mensch neigt dazu, sein Leben komplexer zu machen, als es ist. Angefangen beim Erfassen der Informationen bis zum Abwägen aller Risiken bei Entscheidungen – überall suchen wir nach Variablen und Varianten und gehen häufig in der Vielfalt an Möglichkeiten unter. Im Ergebnis erleben wir Komplexität als Bedrohung unserer Handlungsfähigkeit.

Also müssen wir selbst zum „Einfach machen“ fähig sein und uns nicht bei jeder Gelegenheit den vielen technischen „Helferlein“ überlassen. Dazu gehört als Erstes, sich genau zu überlegen, warum ich eine App nutzen möchte und ob es „Nebenwirkungen“ gibt, die mich stören. Dann ist ein „App-Friedhof“ zu vermeiden. Sofort löschen, wenn sich nach einigen Tests oder Tagen zeigt, dass die Anwendung ganz nett ist, aber letztlich nicht notwendig. Und nicht zuletzt: Einfach mal auf den Einsatz von Apps verzichten.

Nicht alles zu einfach machen

Ich gebe Ihnen ein einfaches Beispiel, buchstäblich zu Ihrer Orientierung. Haben Sie sich schon einmal verlaufen und mussten sich allein zurechtfinden, Schilder entziffern, Ihnen unbekannte Menschen fragen? Vielleicht waren Sie noch jung. Gerade dann ist eine Situation wie diese sehr präsent: die Befreiung aus dem Schlammassel, die plötzliche Bewältigung einer ziemlich komplexen Lage. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich als kleiner Junge bei einem Volksfest verloren ging und erst nach Stunden meine Eltern wieder gefunden hatte, die damals nicht einfach unterwegs angerufen werden konnten.

Heute zeigt uns jedes Telefon sofort an, wo wir sind und wie wir am schnellsten den richtigen Weg und unser Ziel finden. Natürlich ist es kein angenehmes Gefühl, sich zu verlaufen. Aber Situationen, in denen Ängste vor Verlust und Gefahr ausgelöst werden, schulen uns, mit Überraschungen fertig zu werden und komplexe Situationen zu beherrschen. Das macht uns stärker.

Wir alle werden von Apps automatisch auf den vermeintlich besten Weg zum Ziel geführt. Ich verzichte mitunter bewusst darauf: Manchmal entdecke ich überraschend tolle Örtchen oder Viertel, wenn ich mich verfahren habe oder meinen eigenen Weg wähle, um einen Stau zu umgehen. Ich möchte Sie jetzt nicht ermutigen, sich bewusst zu verfahren oder andere „Risiken“ einzugehen. Mir geht es darum, dass Sie aufmerksam werden, technische Hilfsmittel nicht gedankenlos einzusetzen, um uns vor allen „Gefahren“ zu schützen.

Gezielt ins Blaue starten

Ein Tag ohne App können sich manche von uns inzwischen nur schwer vorstellen. Oder einmal einen Ausflug machen, ohne die Prüfung von Empfehlungen und Likes, die unsere Entscheidungen beeinflussen und positive Überraschungen verhindern. Das gilt noch stärker bei neuen Partnerschaften, die durch Applikationen angebahnt und auch verhindert werden. Denn Zufallsbekanntschaften werden durch Algorithmen, die festlegen, wer zu wem passt, immer unwahrscheinlicher. In alle Lebensbereiche reichen Algorithmen hinein, wenn wir Apps, ohne darüber nachzudenken, laufen lassen. Fazit: Wir sollten uns selbst mehr zutrauen und uns nicht „ver-appen“ lassen.