Überraschungen wecken Kräfte!
Sie werden spontan denken: Überraschungen habe ich genug – leider häufig unverhofft negative. Das gezielte Schaffen von angenehmen Überraschungen kann die Resonanz als Führungskraft erhöhen. Jede positive Emotion weckt ungeahnte, wertvolle Energien!
Unser Gehirn reagiert auf das Unerwartete intensiver als auf das Vorhersehbare. Dabei können sich die Wertigkeit und Wirkungen von Überraschungen sehr stark unterscheiden. Das liegt am Zusammenspiel aus dem äußeren Kontext und dessen Bewertung, auch durch bisherige Erfahrungen, inneren neurobiologischen Belohnungsprozessen und psychologischen Anpassungsreaktionen.
Durch diese Wechseleffekte sind wir in der Lage, in Sekunden in den Krisenmodus umzuschalten, wie bei Unfällen oder Gefahren. Dieses nahezu instinktive Verhalten lässt sich auch produktiv nutzen, durch positive Überraschungen. Das gilt privat und auch im Job.
Faktoren für positiven Effekt von Überraschungen
- Neurobiologischer "Dopamin-Kick“: Überraschungen aktivieren in unserem Gehirn das Belohnungssystem deutlich stärker als erwartete positive Ereignisse, wie der Bonus-Check zum Jahresende. Das Gehirn schüttet bei einem positiv erlebten Ereignis das Hormon Dopamin aus. Dieser "Kick" sorgt für ein sofortiges Hochgefühl und steigert die Aufmerksamkeit.
- Psychologische Steuerung: Jede Überraschung zwingt uns zum Innehalten ("Freeze-Effekt"). Das Gehirn stoppt andere Gedanken, um die neue Information zu verarbeiten. Wird die Situation als positiv bewertet, koppelt sich diese gesteigerte Aufmerksamkeit direkt an das Glücksgefühl.
- Individuelle Bindung: Die Wirkung von Überraschungen hängt zudem von der persönlichen Disposition ab. Menschen mit gefestigten Bindungen empfinden Überraschungen meist als bereichernde Chancen. Bei Menschen mit unsicherem Bindungsverhalten können selbst positive Überraschungen kurzzeitig Misstrauen oder Stress auslösen, da die Kontrolle verloren geht.
Die mögliche positive Wirkung ist nachhaltig, auch im Umfeld und für eine Führungskraft:
Emotionale Verstärkung: Überraschungen wirken wie ein "Verstärker" für die nachfolgende Emotion. Freude wird durch das vorangegangene Überraschungsmoment als noch intensiver wahrgenommen.Anhaltender
Lerneffekt: Unerwartete positive Erlebnisse werden tiefer im Gedächtnis verankert als Routinen. Wir erinnern uns häufig nach vielen Jahren an die Erfahrung.
Überraschungen gezielt einsetzen
Ein Geschenk und ein Scherz kommen, obwohl gut gemeint, nicht gut an. Wir allen kennen diese Situation. Auch Überraschungen können schief gehen. Der positive Effekt von Überrschungen kann jedoch gezielt geplant werden.
Diese kurze Checkliste hilft Ihnen dabei, bei einer Überraschung nicht nur dem „Bauchgefühl“ zu vertrauen und nicht über das Ziel hinauszuschießen:
- Das möchte ich bewirken: Einfach nur einen Gefallen tun! Auch dann sollte klar sein, besonders im Job, was der Gefallen bewirken soll. Das gilt erst recht, wenn es mehr als ein Gefallen sein soll. Umso mehr sollte die Intention geklärt sein.
- Das ist die Situation: Die Wirkung hängt sehr stark vom Kontext und Herkunft ab. Eine gleiche Überraschung kann in einer spezifischen Situation positiv wirksam sein, in einer anderen unverständlich oder unangemessen sein. Kulturelle Herkunft, die Lage im Unternehmen oder andere Faktoren können die Resonanz erheblich beeinflussen
- So geht´s weiter: Die Überraschung soll ja positive Kräfte wecken. Also sollte der nächste Schritt klar sein, um diese Energien oder Aufmerksamkeit zu nutzen. Das kann der weitere Verlauf einer Präsentation oder Veranstaltung sein. Sogar größere Transformationen können von einzelnen Überraschungen positiv konditioniert werden.
Testen Sie einfach mal, wie Überraschungen gezielt genutzt werden.
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